Angebot · Jugendanwaltschaften und Oberjugendanwaltschaft
Anti-Aggression und Gewaltprävention
Strukturierte Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene, deren Verhalten mit Gewalt, Aggression oder Delinquenz verbunden ist. Ziel ist, das Risiko erneuter Straffälligkeit zu senken und tragfähige Handlungsalternativen aufzubauen.
Nicht durch Druck, sondern durch Auseinandersetzung, Einsicht und konkretes Üben. Wir stützen uns auf anerkannte Ansätze der Gewaltberatung und des deliktorientierten Lernens.
Inhalte
Modularer Aufbau
Woran wir arbeiten — je nach Ausgangslage in unterschiedlicher Gewichtung.
Module
- Auseinandersetzung mit der eigenen Tat und ihren Folgen
- Auslösende Situationen, Muster und Frühwarnzeichen erkennen
- Umgang mit Provokation, Wut und Impulsen
- Deeskalation und Selbstregulation im Alltag
- Verantwortungsübernahme statt Rechtfertigung
- Rollenbilder, Werte und das eigene Selbstbild reflektieren
Mit Blick auf Neurodivergenz
Bei ADHS oder einer Ausprägung im Autismus-Spektrum ist Impulsivität selten eine Frage des Wollens. Struktur, Tempo und Sprache der Trainings werden entsprechend angepasst: kürzere Einheiten, klare Visualisierung, weniger abstrakte Reflexion und mehr konkretes Üben. Das erhöht die Chance, dass das Gelernte im Alltag überhaupt abrufbar ist.
Für wen
Zielgruppe und Zugang
Wer teilnimmt
Junge Menschen, die aggressives oder gewalttätiges Verhalten zeigen oder die im Zusammenhang mit einer Straftat an ihrem Verhalten arbeiten sollen oder wollen. Die Angebote können einzeln oder in Gruppen durchgeführt werden.
Wie es zustande kommt
In der Regel im Auftrag der zuständigen Stelle, eigenständig oder ergänzend zu weiteren Massnahmen. Vor dem Start klären wir Motivation, Risiko und Ziele mit der oder dem Jugendlichen und der auftraggebenden Stelle.
Qualität
Leitung und Nachweis
Wer ein solches Training leitet, entscheidet über seine Wirkung. Deshalb liegt die Durchführung bei einer entsprechend ausgebildeten Fachperson.
Wer die Trainings leitet
Die Durchführung liegt bei einer Fachperson mit spezifischer Ausbildung in Anti-Aggression und Delinquenz sowie einer Ausbildung als Suchtberater. Damit sind die drei Felder abgedeckt, die in dieser Zielgruppe regelmässig zusammenfallen: Gewalt, Straffälligkeit und Substanzkonsum.
Wie Fortschritt sichtbar wird
Standardisierte Arbeitsmittel und Nachgespräche sichern die Qualität. Die auftraggebende Stelle erhält eine nachvollziehbare Rückmeldung darüber, woran gearbeitet wurde und was sich verändert hat — auch dann, wenn ein Training nicht den erhofften Verlauf nimmt.
Fachlicher Schwerpunkt
Neurodivergenz ist keine Diagnose, die wir behandeln.
Sie ist eine andere Art, die Welt wahrzunehmen und zu verarbeiten. Wir kennen die Stärken und die Herausforderungen, die damit einhergehen, und passen Kommunikation, Struktur und Methoden entsprechend an. So entsteht Begleitung, die mit der jeweiligen Wahrnehmungs- und Denkweise arbeitet statt gegen sie.
Der Schwerpunkt gilt in allen Angeboten — von der Abklärung, in der neurodivergentes Verhalten fachlich korrekt eingeordnet werden muss, über Trainings, deren Struktur und Tempo angepasst werden, bis zur Beratung von Familien, die den Alltag mit einem neurodivergenten Kind tragfähig gestalten wollen.
Wir arbeiten stärken- und bedürfnisorientiert statt defizitorientiert. Im Zentrum steht die Frage, welche Bedingungen es braucht, damit alle Beteiligten weniger Kraft ins Funktionieren stecken müssen.
- ADHS
- Autismus-Spektrum
- Hochsensibilität
- Späte Diagnose
Kontakt
Ein Training anfragen
Schildern Sie uns kurz die Ausgangslage und den Auftrag. Wir klären mit Ihnen, ob ein Einzel- oder Gruppensetting passender ist.
kumea GmbH
Baarerstrasse 43, 6300 Zug
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